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Billigstrom

By admin | Juli 6, 2010

Strom fließt…jederzeit und überall hin. Strom ist auch immer Strom, egal, woher er kommt und wie lange seine Reise bis zum Endkunden gewesen sein mag. Strom ist europäisch, und doch sieht man es ihm nicht an.

Was sich jedoch sehr genau in die Wahrnehmung der Konsumenten gebrannt hat, ist die hässliche Fratze ständig steigernder Preise und eines Stromkartells, welches durch die langsame Aufhebung und schrittweise Liberalisierung des Strommarktes erst so richtig an Fahrt gewonnen hat. Das Bundeskartellamt kann als einzige Instanz Preisabsprachen zwischen den großen Stromerzeugern- und Lieferern überwachen und gegebenenfalls verhindern, jedoch hat die Behörde keinerlei Einfluss auf Preisbildung und letztendlichen Preis, den der Kunde bezahlen muss.

Verbraucherschutzorganisationen raten zu Wechseln bzw. zu eigenmächtigen Kürzungen der monatlichen Abschläge. Doch nicht jeder Billigstromanbieter schont tatsächlich das Portemonnaie. Anbieter, die neu auf den Markt kommen, haben es schwer, die niedrigen Preise auf lange Sicht zu halten, denn meist sind sie selbst nicht Netzbetreiber und müssen den Gebrauch des Versorgungsnetzes von den großen Anbietern kaufen. Jene sehen ihre Monopolstellung gefährdet und bitten ihrerseits die Konkurrenten zur Kasse in Form hoher Leistungsgebühren für die Nutzung. Diese Kosten nicht an den Endkunden abzugeben kann nur solange funktionieren, wie Neukunden mit ihrer Vorkasse die Verluste durch die Dumping-Angebote an die Altkunden subventionieren.

Doch ob ein Billigstrom-Anbieter so viele Neukunden werben kann, ist fraglich. Da der Transport für Strom je nach Entfernung billiger oder teurer ist, werden neu auf den Markt strebende Billigstrom-Unternehmen weiter drauflegen, wenn sie keine regionalen Preisunterschiede machen können und schon aufgrund einer Corporate Identity einen bundesweit einheitlichen Tarif anbieten möchten. Trotzdem gibt es Einsparmöglichkeiten für Verbraucher. Sei es, dass man dem momentanen Anbieter auf objektiv belegbare billigere Angebote verweist und einen günstigeren Tarif fordert oder auch, indem man einen der unzähligen Online-Strompreisrechner benutzt: weniger zu bezahlen ist nur eine Frage der Bereitschaft intensiver Recherche. Was andererseits die Nachforschungen über die Bezugsquellen des Billigstroms angeht, sollte man sich auf einige Überraschungen gefasst machen und einsehen, dass Naturschutz und Billigstrom mitunter sich ausschließende Kategorien sind.

Eine Quelle für billigen Strom bildet indes das Ausland und dort ansässige Kraftwerke, die weder den deutschen Sicherheits- noch Umweltschutzbestimmungen unterliegen. Außerdem sind die notwendigen Investitionen und auch Abgaben nach dem Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien, die Strom in Deutschland mitunter so teuer machen, jenseits der Grenzen ein Fremdwort. Insofern sollte sich jedem Verbraucher die Frage stellen, wie viel er woran sparen möchte und ob ihm 30 Euro Ersparnis pro Jahr reichen, wenn er sich damit sicher sein kann, keine ökologischen Altlasten mitzuverschulden, oder er weitere 20 Euro spart und damit das Risiko eingeht, am Ende doch draufzuzahlen, in der ein oder anderen Form.

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